Selbsthilfegruppe

für
Pilzerkrankungen und Chronische Müdigkeit

CFS und MCS Berlin

CFS
Das Chronische Müdigkeitssyndrom

Chronic Fatigue Syndrome
Myalgische Enzephalomyelitis (ME)
Chronic Fatigue and Immune Dysfunction Syndrome (CFIDS)

Beim Chronischen Müdigkeitssyndrom handelt es sich um eine über Jahre andauernde gesundheitliche Problematik, die in erster Linie gekennzeichnet ist durch mangelnde Belastbarkeit, Müdigkeitserscheinungen in kaum vorstellbarer Weise, begleitet von Gelenk- und Muskelschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Lymphdrüsenschwellungen, immer wiederkehrenden Infekten, neurologischen Problemen wie Vergeßlichkeit, Orientierungslosigkeit, Bewegungseinschränkungen bis hin zu Lähmungserscheinungen im gesamten Organismus.

Weitere Begleitsymptome können sein:

Hautveränderungen, Haarausfall, Schwindelanfälle, hormonelle Störungen, Sehstörungen, Magen-Darm-Probleme bis hin zu komaartigen Attacken, Ohnmachtsanfällen, herzinfarktähnlichen Symptomen, Symptomen einer MS, eines Parkinson-Syndroms, eines LE, einer ALS und - bei entsprechender Vorbelastung - Depressionen, Angst- und Panikattacken oder auch Suizid. Epilepsiestadien sind nicht selten.

Die Diagnose CFS ist an bestimmte Kriterien gebunden, die inzwischen häufiger verändert wurden. Als Grundbedingung ist jedoch geblieben:

Die Müdigkeitserscheinungen müssen mindestens ½ Jahr anhalten und zu einer Leistungsminderung von wenigstens 50 % führen.

Erst, wenn alle anderen Erkrankungen ausgeschlossen wurden, kann die Diagnose CFS gestellt werden.

Unsere Gruppe besteht jetzt seit über 4 Jahren. Viele Betroffene suchen uns auf in der Annahme, an CFS erkrankt zu sein. Dies liegt offenbar daran, daß in der Presse und den Medien häufig Müdigkeitserscheinungen jeder Art als CFS bezeichnet werden, vor allem auch dann, wenn Therapeuten die Grenzen der Schulmedizin oder Naturheilkunde erreicht zu haben glauben und für sie nur noch Diagnosen wie "Hypochonder", "Ökochonder", "Vegetative Dystonie", "Neurasthenie", "Paranoia" u. ä. in Frage kommen.

Viele Betroffene durften unfreiwillig 50 und mehr Therapeuten (Ärzte, Heilpraktiker u. a.) kennenlernen, um zu erfahren, daß es sich hierbei um ein rein psychisches oder psychosomatisches Krankheitsbild handelt. Sie gelten dann oft als "austherapiert".

Geht man diesen Dingen nach, so kann schnell festgestellt werden, daß im Verlauf von Jahren nicht einmal die elementarsten Untersuchungen stattfanden, daß Diagnosen gestellt wurden allein aufgrund vorangegangener Fehldiagnosen, daß Patienten bewertet wurden "nach Aktenlage" und daß gerade diejenigen, die für die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses verantwortlich sind, das eigentliche Krankheitsbild gar nicht kannten und auch nicht bereit waren, sich damit auseinanderzusetzen.

CFS ist eine Erkrankung, die man nur verstehen kann, wenn man sie selbst erleben durfte. Die Beschreibung und das Verstehen dieser Erkrankung ist so schwierig, daß unweigerlich an "psychische Faktoren" gedacht werden könnte. Und doch handelt es sich dabei um ein Erkrankungsbild, das mit keiner anderen Erkrankung gleichzusetzen ist. CFS ist etwas ganz Extremes und hat mit eigentlicher Müdigkeit überhaupt nichts zu tun. CFS ist viel mehr: CFS ist gekennzeichnet durch das Unvermögen, Dinge des täglichen Lebens, routinemäßige Vorgänge, eingefahrene Verhaltensweisen oder Denkmechanismen, einfachste Bewegungsabläufe, unbewußte Reflexe zu steuern oder auszuführen.

Auch wenn in letzter Zeit andere Bestrebungen im Gange sind und somit medizinisch nicht erklärbare Krankheitsstrukturen einer weiteren Diagnostik vorenthalten werden sollen, gibt es zur Klärung eines CFS nur den Weg über eine Ausschlußdiagnostik, jedenfalls so lange, bis es Ärzten und anderen Therapeuten möglich ist, wissenschaftlich eigene Wege zu gehen, sie offen zu diskutieren, Erfahrungen Betroffener nachzuvollziehen oder gar zu akzeptieren. Ein Weg der sich lohnt - und dafür setzen wir uns ein.

Wir haben inzwischen 400 sog. CFS-Fälle gründlich recherchiert und kamen zu folgendem Ergebnis:

Bei 80 % der Betroffenen lagen Erkrankungen vor, die dem CFS teilweise ähnelten, jedoch vom Schweregrad kaum damit vergleichbar waren und bei gründlicher Diagnostik bereits Jahre vorher gut hätten therapiert werden können. Von den verbleibenden 20 % der Betroffenen hatten nur 2 % das eigentliche schwere CFS (Vollform), weitere 8 % hatten die leichte CFS-Form (CFS-Symptomatik) und die restlichen 10 % litten an Mykotoxikosen.

Diese Erkenntnisse führten dazu, daß wir grundsätzlich bei der Diagnose CFS eine Diagnostik empfehlen, mit der diese Krankheitsbilder voneinander unterschieden werden können. Unsere derzeitige differentialdiagnostische Abklärung ersehen Sie aus der folgenden Aufstellung:

CFS (Grobeinteilung)
Erfahrungen unserer Selbsthilfegruppe

  1. Neurotransmitterstörungen aufgrund vorangegangener schwerer viraler Infekte (Masern, Influenza) in Verbindung mit einer invasiven Aspergillose der Atemwege (Lunge) und hämatogener Streuung sowie Einsatz von Sulfonamiden und/oderAntibiotika

    (Manifestation in Herz und/oder Gehirn)

    Unter größtem Kraftaufwand nur teilweise reversibel

  2. Neurotransmitterstörungen nach Medikation mit Tetracyclinen bei viralen Infekten und einer massiv sekundär geschädigten Darmflora

    (Pseudo-Allergie)

    Auch bei längerem Krankheitsverlauf reversibel, sofern es gelingt, die geschädigte Darmflora wieder aufzubauen

    Beide Formen können gemeinsam auftreten. Es kommt zu Organmanifestationen und Abkapselungsprozessen, die nur teilweise reversibel zu sein scheinen.

    Schwerste Krankheitsbilder beinhalten zusätzlich Ziffer 3.

  3. Endogen ausgelöste Mykotoxikosen

    (Medikamente)

    Die Ziffern 4. und 5. gehören zur CFS-Symptomatik, sind nicht vergleichbar mit dem eigentlichen CFS, werden aber regelmäßig verkannt und falsch eingeordnet. Sie können in seltenen Fällen auch noch zusätzlich beim CFS auftreten und das Krankheitsbild deutlich verschlechtern.

  4. Exogen ausgelöste Mykotoxikosen im Sinne einer MCS

    (Multiple Chemical Sensitivity)

    Vielfältige Chemikalien-Unverträglichkeiten

  5. Endotoxin-/Zytotoxinbelastungen durch Fehlbesiedlungen im Magen-Darm-Trakt

    (Polysaccharidkapselbildende Erreger)

    Magen-Darm-Problematik mit akuter/chron. Pankreatitis

    "Pseudo-Allergie", Nahrungsmittelunverträglichkeiten

    Beide Formen treten häufig gemeinsam auf.

    Eine vorübergehende "Blutmykose" (kultureller Nachweis) aufgrund viraler Belastungen hat nach unseren Erkenntnissen keinerlei pathologischen Wert und sollte nicht mit Virostatika oder Antimykotika behandelt werden,

    sonst ... (siehe oben)

    Keine Neurotransmitterstörungen

    Im allgemeinen vollkommen reversibel bei Meidung schimmelpilzhaltiger Medikamente

Viele Jahre ging man davon aus, daß CFS durch Viren ausgelöst wird. Tatsächlich sind Viren am Geschehen beteiligt, aber nicht der Auslöser für CFS. Es handelt sich vielmehr um reaktivierte virale Infekte aufgrund einer vorliegenden bekannten oder noch nicht bekannten Schimmelpilzexposition (z. B. "Penicillinunverträglichkeit", "Hausstaubmilbenallergie" u. ä.).

Bei CFS-Betroffenen zeigt sich immer wieder, daß hier Antibiotika eingesetzt wurden, die schon wegen der Viren kontraindiziert sind, aber auch niemand auf die Idee kam, erst dann "Antibiotika" einzusetzen, wenn serologisch nachgewiesen wurde, daß es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt.

Und auch bei bakteriellen Erkrankungen sind bei einer derartigen Vorbelastung Antibiotika kontraindiziert, weil sie zu schwersten Folgeschäden führen können. Es sind zahlreiche Ersatzpräparate auf dem Markt, auf die man in Ausnahmefällen zurückgreifen kann (z. B. Makrolide). Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten: Auch sie enthalten unter Umständen Substanzen, die aus Schimmelpilzen gewonnen wurden (T 2).

Diese viralen Infekte (reaktivierte Viren) lassen sich serologisch von einer akuten Erkrankung unterscheiden. In reaktivierten Fällen sind die IgG-Werte nicht übermäßig erhöht, während die IgM-Werte kaum oder gar nicht erhöht sein müssen. Die Betroffenen leiden auch nicht am Virus selbst, sondern an den Komplikationen der reaktivierten Viren. Anstecken kann man damit auch niemanden.

Am häufigsten werden reaktiviert:

Es können auch andere Viren reaktiviert werden, vorausgesetzt, daß schon einmal eine entsprechende Infektion als Primärinfektion stattgefunden hat oder aufgrund eines Lebend-Impfstoffes.

Aber auch an ganz andere Faktoren sollte man beim sog. CFS denken. Es gibt Medikamente, die bei einer "allergischen Diathese" nicht unbedingt angewandt werden sollten, genauso wenig wie bei einer invasiven Aspergillose der Lunge in Verbindung mit Viren. Dazu gehören bestimmte Sulfonamid-Kombinationspräparate, die nicht nur zu zahlreichen schweren Nebenwirkungen führen können, sondern insbesondere auch Immunkomplexreaktionen auslösen. Todesfälle sind nicht unbekannt. Uns fiel bei den schweren CFS-Fällen hier insbesondere "Cotrimoxazol" auf, das auch bei der Behandlung von AIDS-Patienten zur Anwendung kommt.

Neben den unerwünschten Nebenwirkungen dieser Sulfonamid-Kombination können Immunkomplexreaktionen auftreten, die sich wie folgt äußern können und bald ein selbständiges Krankheitsbild (z. B. CFS) darstellen.

Es kommt zur Überproduktion von Histamin, Bradykinin, Serotonin u. a. und führt zur Gefäßerweiterung, Kontraktion der Bronchialmuskulatur, zu Asthma, Heuschnupfen, Urtikaria, Ödembildung, Blutdruckabfall, zum anaphylaktischer Schock, zur Bildung zirkulierender Immunkomplexe mit Einlagerung in die Gefäßwand, zum Auslösen von Entzündungsvorgängen, zur Nierenschädigung, zu Gelenkschwellungen, Flush oder Karzinoidsyndrom.

Als Spätreaktion können zelluläre Infiltrationen (perivaskuläre Ansammlungen von Lymphozythen und Monozythen an dem Ort, an dem sich das Antigen befindet) auftreten sowie

Nicht selten kommt es zusätzlich zu einem Infektionswechsel mit gram. neg. Bakterien (z. B.: E. coli, Klebsiella, Proteus, Citrobacter, Haemophilus influenzae). Die Folgen sollen hier am Beispiel der Streptokokken verdeutlicht werden.

ß-hämolysierende Streptokokken führen zu entzündlichen Veränderungen an den großen Gelenken, am Herzen, an der Haut und im zentralen Nervensystem.

Es bestehen Kreuzreaktionen mit Gewebsantigenen des Herzmuskels.

Weitere Folgeerscheinungen können sein:

im Spätstadium:

Bei Manifestation: Immunvaskulitis

Bei den leichten CFS-Formen konnten wir feststellen, daß insbesondere Tetracycline Einfluß auf die Entstehung hatten, auch hier wieder bei Anwendung aufgrund bestehender "allergischer Diathese". Als Folge unkritischer Medikation mit Präparaten auf Schimmelpilzbasis können auftreten:

Diese sog. CFS-Formen lassen sich nach unseren Erfahrungen gut therapieren, erfordern jedoch von den Betroffenen große Selbstdisziplin in bezug auf Ernährungsumstellung sowie Meidung bestimmter Substanzen im gesamten Umfeld. Im Vordergrund sollte eine sinnvolle Sanierung der geschädigten Schleimhäute stehen, insbesondere des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege. Eine Sanierung mit lebenden Keimen erscheint unerläßlich.

Alle anderen Krankheitsformen, die neuerdings diesem Krankheitsbild zugeordnet werden, entstammen einem ganz anderen Formenkreis, weichen erheblich von der CFS-Symptomatik ab und werden auch durch ganz andere Krankheitserreger verursacht. Sie führen ebenfalls zu Müdigkeitserscheinungen, jedoch in völlig anderer Art und sind auch deutlich vom sog. CFS zu unterscheiden.

Auf zwei wichtige Formen soll hier kurz eingegangen werden:

Die meisten Betroffenen, die uns mit länger anhaltenden Müdigkeitserscheinungen aufsuchen, leiden an entzündlichen Darmerkrankungen, hervorgerufen durch diverse schleimhautschädigende Medikamente auf Schimmelpilzbasis. Gelingt es, die Darmflora wieder aufzubauen, verschwinden die Müdigkeitserscheinungen sehr schnell.

Etwa 50 bis 60 von 100.000 Menschen leiden heute an einer Colitis ulcerosa, etwa 30 von 100.000 an einem Morbus Crohn.. Über die Ursachen dieser chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind die Ärzte sich immer noch weitgehend im unklaren.. Fest steht nur, daß entzündliche und immunologische Vorgänge eine wichtige Rolle spielen. Nach einer britischen Studie sind Umweltfaktoren offenbar von größerer Bedeutung als genetische Faktoren..

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind durch einen schubweisen Verlauf mit hochgradigen Entzündungen der Darmschleimhaut - vorwiegend im terminalen Ileum bzw. Kolon - und einer überschießenden Immunreaktion charakterisiert. Leitsymptome sind blutige und unblutige Diarrhöen, bei schwerem Krankheitsverlauf können extraintestinale Manifestationen auftreten, z. B. Arthritis, Dermatosen, Augenveränderungen, Leber- und Gallenstörungen und Nierenentzündungen. Von solchen extrainstestinalen Begleiterkrankungen sind 30 - 40 % aller Patienten betroffen. Die Symptome treten mitunter als Initialsymptome in Erscheinung.

Neben Darmblutungen und Diarrhöen gehören Bauchschmerzen und seltener auch Analfissuren zu den typischen Symptomen der Colitis ulcerosa. Der Morbus Crohn tritt vorwiegend mit Bauchschmerzen, Durchfall und Analfisteln in Erscheinung. Darmblutungen sind seltener als bei der Colitis ulcerosa. Hinzu kommt eine erhebliche Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens verbunden mit Gewichtsabnahme.

Der Morbus Crohn kann alle Teile des Gastrointestinaltraktes von der Mundhöhle bis zum Anus befallen. Ösophagus, Magen und Duodenum sind allerdings nur bei 5 % der Patienten betroffen. Auch das Rektum ist in der Regel frei von Läsionen. Am häufigsten ist der entzündliche Prozeß im Ileum und Kolon lokalisiert.

Für die Diagnostik der Colitis ulcerosa spielt die Anamnese eine große Rolle. Hinweise auf eine entzündliche Magen-Darm-Erkrankung liefern Klagen über Durchfälle und blutig-schleimige Abgänge, Schmerzen, Fieber und Gewichtsverlust. Im Labor sollte man BSG, CRP, Blutbild, GPT, Gamma-GT, Kreatinin, Albumin, Serum-Eisen, Ferritin, Vitamin B 12 und Folsäure bestimmen und den Stuhl auf Bakterien und Parasiten untersuchen lassen.

Die wichtigsten Untersuchungen sind nach schulmedizinischer Auffassung Rektoskopie und Koloskopie, doch läßt sich eine Colitis ulcerosa auch endoskopisch gar nicht oder nicht leicht von einem Morbus Crohn unterscheiden.

Nach unserer Auffassung sollte bei erheblich geschädigten Darmabschnitten von derartigen Untersuchungen Abstand genommen werden, da die Gefahr einer Perforation zu groß ist und in den meisten Fällen ohnehin keine verwertbaren Ergebnisse zustande kommen. Eine vollständige mikrobiologische Stuhluntersuchung ist sowohl Rektoskopie als auch Koloskopie bei weitem überlegen und kostengünstiger. Zur Verlaufskontrolle kann eine Sonographie hilfreich sein, wenn es um die Diagnostik extraintestinaler Komplikationen geht.

Die wichtigsten bakteriellen Erreger infektiöser Darmerkrankungen sind Salmonellen, Campylobacter j. Escherichia coli, Yersinien, Shigellen, Clostridium difficile, Staphylococcus aureus. Mycobacterium tuberculosis, Aeromonas hydrophila, Plesimonas und Ewardsiella tarda.

Aber auch an ein virales Geschehen (Reaktivierungen) etwa durch Masern-Viren oder opportunistische Erreger wie Herpes-simplex-Virus, Cytomegalie-Virus oder Chlamydien muß gedacht werden.

Während bisher Cortison und Mesalazin (5-Aminosalicylsäure) Mittel der Wahl waren, jedoch lediglich symptomatisch vorübergehende Linderung verschaffen konnten, können nach unseren Erfahrungen durch gezielten Einsatz des Präparates "MUTAFLOR" deutliche Besserungen und Heilungserfolge verzeichnet werden. Obwohl in einer Studie dieser positive Effekt des Präparates nachgewiesen wurde (Mesalazin ./. Mutaflor), können sich Ärzte offenbar nicht dazu durchringen, Mutaflor zu verordnen - nicht einmal auf Empfehlung spezialisierter Laboratorien.

Ein weiterer großer Anteil der Betroffenen mit ständiger Müdigkeit leidet an einer Mykotoxikose. Mykotoxine sind natürliche Stoffwechselendprodukte von Schimmelpilzen, die beim Wachstum auf nährstoffreichen Substraten, Lebens- und Futtermitteln gebildet werden.

Besonders gefährlich ist u. a. der "Mutterkornpilz". Seine Toxine verursachen z. B. Infektionen wie Durchfall, Erbrechen, Gliederschmerzen, Absterben von Körperteilen mit der Folge einer Schädigung der peripheren Blutgefäße sowie Schädigungen des Nervensystems mit Muskelkontraktionen, Kribbeln oder epilepsieartigen Verlaufsformen.

Aber auch in der Medizin werden Mykotoxine häufig verwendet.

Dabei hemmen Alkaloide die Wirkung der Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin.

Diese "Mutterkorn"-Alkaloide werden verwendet bei Migräne, gesteigerter Herzfrequenz, Hypertonie oder Durchblutungsstörungen.

Ergotamin, Ergomethrin und Ergotoxin wirken auf die glatte Muskulatur. Tiefgreifende Leberschäden sind häufig die Folge.

Eine krebserregende Wirkung auf die inneren Organe (Leber, Lunge, Nieren u. a.) gilt als sicher.

Aflatoxine, Patulin, Ochratoxin, Sterigmatocystin, Penicillinsäure und viele andere Mykotoxine befinden sich in unserer Nahrung.

Schimmelpilze finden sich überwiegend in

Weiteres Vorkommen:

Die Verwendung in Produktionsprozessen ist kaum noch erfaßbar (Fermentgemische, Enzyme).

Erkrankungen durch Mykotoxine nennt man Mykotoxikosen. Endogen ausgelöste Mykotoxikosen sind unbedingt von exogen ausgelösten Mykotoxikosen zu unterscheiden, da es sich um ganz unterschiedliche Krankheitsbilder handelt, die auch unterschiedliche Verläufe haben und einer differenzierten Behandlung bedürfen.

Exogen werden Mykotoxikosen z. B. ausgelöst über

Endogen werden Mykotoxikosen z. B. ausgelöst über

Während die exogen erworbenen Mykotoxikosen erheblich leichter zu beheben sind, gibt es bei den endogen ausgelösten Mykotoxikosen erhebliche und oft jahrelange Behandlungsprobleme.

Bei den exogenen Mykotoxikosen handelt es sich im allgemeinen um Primärinfektionen, während es sich bei den endogen ausgelösten Mykotoxikosen im eigentlichen Sinne um Sekundärinfektionen handelt, obwohl eine "Erstinfektion" vorliegt. Dies erscheint durch chemische Umwandlungsprozesse im Organismus möglich. Am häufigsten ist hierbei zunächst der Dünndarm betroffen.

Durch spectralanalytische Untersuchungsverfahren ist es möglich, beide Formen voneinander zu unterscheiden. Die Interpretation entspricht weitestgehend der viraler Infektionen und bezieht sich neben geeigneten Stuhluntersuchungen überwiegend auf die IgG-Werte bei der Aspergillus-Serologie.

Kontaktadresse: Ch. Schröder, Weskammstraße 11, 12279 Berlin

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